Bohnenkraut

Die Gattung des Bohnenkrauts umfasst etwa 40 Arten, die bekanntesten darunter sind das Sommer- und das Winterbohnenkraut. Wie der Name schon verrät, passt es perfekt zu allen Bohnen-Gerichten wie Bohnensalat oder Bohnensuppe. Aber auch Fleischgerichte, Fisch, Soßen, Kartoffelsuppen oder Gemüse wie Zucchini und Blumenkohl werden durch das vielseitige Gewürz verfeinert.

Das Bohnenkraut ist auch bekannt unter den Namen Pfefferkraut, Kölle oder Saturei. Letztere Bezeichnung findet man besonders in alten Rezepten. Die Bohnenkrautarten zählen zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Zwergsträucher werden bis zu maximal 50 cm hoch. Zur Blütezeit, zwischen Juni und Anfang Oktober, tragen sie weiße, blauviolette und zartrosa Blüten. Die dunkelbraunen Samen entwickeln sich zur Fruchtreife. Zu Ihren Verwandten gehören Kräuter wie Salbei, Rosmarin und Thymian. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeer- und Balkanraum. Das Kraut war schon bei den Römern beliebt und soll im 9. Jahrhundert von Mönchen mitgebracht und in Klostergärten angebaut worden sein. Heute findet man das Kraut verwildert auch in einigen Teilen Deutschlands sowie in Österreich und Tirol, meist an Bahndämmen, kargen Flächen und Äckern.
Es eignet sich aber auch für den Anbau im eigenen Kräuterbeet oder in Blumenkästen. Geerntet werden sollte es vor oder während der Blütezeit, da sich hier das würzigste Aroma entfaltet. Kurz vor der Blütezeit ist außerdem der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Nach der Ernte kann das Kraut frisch oder getrocknet werden. Die volle Würzkraft bleibt trotz der Trocknung erhalten, wird manchmal sogar intensiver. Die frischen Blätter sollten verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Getrocknete Blätter können luftdicht verschlossen, kühl und lichtgeschützt verwahrt werden. Im Handel kann es frisch, getrocknet oder tiefgefroren gekauft werden.
Das vielseitige Kraut findet ebenfalls Verwendung als Heilkraut. Es enthält zahlreiche Gerbstoffe und regt den Appetit an. Weiterhin kommt es zum Einsatz bei Blähungen, Durchfall, Magenproblemen, Husten, Bronchitis, Hautirritationen und Pickeln. Das Kraut kann als Badezusatz oder Tee angewandt werden. Einen magenstärkenden, entkrampfenden Tee erhält man aus 100 Gramm getrocknetem Kraut, aufgegossen mit einem Liter kochendem Wasser.

In der Küche wird meist das Sommer- oder das Winterbohnenkraut verwendet. Geschmacklich unterscheiden sich beide Bohnenkrautarten nur geringfügig voneinander. Beide schmecken scharf, leicht pfeffrig brennend und riechen angenehm aromatisch würzig. Das Winterbohnenkraut ist etwas herber im Geschmack, das Sommerbohnenkraut etwas süßer. Eine exotische Variante ist das, aus Slowenien stammende, Zitronenbohnenkraut mit einem zitronig-würzigem Aroma.
Bohnenkraut harmoniert perfekt mit Bohnen in jeglicher Form denn das Kraut verstärkt den Geschmack der Bohne. Es passt ebenfalls perfekt zu Erbsen-, Linsen- und Kartoffelgerichten, außerdem im Salatdressing oder in Rohkostspeisen. Insbesondere das Zitronenbohnenkraut passt gut zu Fisch- und Aalgerichten. Gerne wird es zum Würzen von Fleischgerichten wie Lamm, Schwein oder Kaninchen genutzt. Es macht sich auch gut in selbst gemachter Kräuterbutter oder in Kräuterquark und Frischkäsespezialitäten. Biskuitteig erhält durch den Zusatz des Krauts einen interessanten Geschmack.
Das Kraut harmoniert sehr gut mit anderen mediterranen Kräutern: Lavendel, Oregano, Salbei, Basilikum außerdem Petersilie und Estragon. Da Bohnenkraut ein kräftiges Aroma hat, sollte damit sparsam gewürzt werden. Beim Mitkochen verteilen sich die Aromen besonders gut, daher sollte es nicht erst zum Schluss beigefügt werden.