Polnische Küche

Beliebte traditionelle polnische Gerichte

Wissenswertes über die polnische Küche:

Bei uns sind polnische Gerichte relativ unbekannt und beispielsweise weniger verbreitet als Spezialitäten aus Italien. Was macht die Küche unserer Nachbarn eigentlich genau aus und welche Speisen sind für sie charakteristisch?
In Polen wird gerne und häufig Fleisch gegessen. Diese Gewohnheit findet sich in der Landesküche wieder, die entsprechend deftig ist. Neben der klassischen Zubereitungsform des Bratens werden Fleischgerichte in Polen zudem in würzige Marinade eingelegt oder gesulzt. Die geografische Lage Polens hat ebenfalls Einflüsse auf die traditionellen Speisen. Im Landesinneren sind viele Flüsse und Seen gelegen, im Norden grenzt Polen an die Ostsee. Aus diesem Grund stehen nicht nur Fleisch-, sondern auch eine breite Auswahl an Fischgerichten auf polnischen Speisekarten. Vor allem am Freitag, an dem im katholischen Polen vielerorts kein Fleisch gegessen wird. Die Spezialitäten der polnischen Küchen beschränken sich aber nicht allein auf Herzhaftes. Süßspeisen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: Gebackenes wie Kuchen und Torten sind im polnischen Alltag sehr verbreitet und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Bekannte Gerichte aus Polen:

Bigos:

Für diese Speise werden Reste vom Vortag als Eintopf aufgewertet. Die Grundzutat für Bigos sind geschmorter Sauerkraut und Weißkohl, die mit Fleisch, Wurststücken sowie Gewürzen zusätzlich verfeinert werden. Als fleischige Zutaten empfehlen sich Sorten vom Rind oder Schwein. Das Garen erfolgt auf schwacher Flamme, deshalb nimmt der Kochvorgang eine längere Zeit in Anspruch. Brot oder gekochte Kartoffeln sind beliebte Beilagen.

Beispiel Rezept :

Pierogi:

Die polnische Variante der Piroggen kann man süß oder herzhaft füllen. Vom Aussehen her sind sie eng mit den italienischen Ravioli verwandt. Für Pierogi stellt man aus Weizenmehl, Salz und einem Ei einen Nudelteig her, der verknetet und im zweiten Schritt kaltgestellt wird. In der Zwischenzeit werden für eine herzhafte Füllung zerdrückte Kartoffeln und Hack miteinander vermengt, für eine süße Füllung greift man zu frischen Früchten wie Kirschen oder Blaubeeren. Nach der Kühlzeit wird der Teig dünn ausgewalzt, mithilfe eines Glases sticht man Kreise aus. Auf jeden Teigkreis wird etwas Füllung platziert. Als Nächstes klappt man den Teig so zusammen, dass er wie ein gefüllter Halbkreis aussieht. Die Teigränder werden mit einer Gabel fest angedrückt, zum Abschluss lässt man die Pierogi im kochenden Wasser ziehen, bis sie gar sind.

Beispiel Rezept :

Kluski slaskie:

In Deutschland kennt man sie als Klöße, in Schlesien ist die Bezeichnung ‘Gummiklöße’ geläufig. Für Kluski werden weich gekochte Kartoffeln durch eine Presse gedrückt und mit Mehl zu einem glatten Teig verarbeitet. Den Teig zu einzelnen Klößen rollen, in die Mitte jedes Kloßes ein Loch drücken. Anschließend lässt man die Klöße im kochenden Wasser gar werden. Kluski slaskie werden gerne als Beilage zu Gebratenem oder zu Rouladen serviert, überdies runden sie die beiden folgenden fleischhaltigen Rezepte gelungen ab:

Golabki:

Hier wird die polnische Vorliebe zu Fleisch und Weißkohl miteinander vereint. Die einzelnen Blätter werden vom Kohlkopf abgetrennt, dabei sollten sie keine Risse bekommen. Aus Hackfleisch, Gewürzen und einer Zwiebel fertigt man die Fleischfüllung an. Die Weißkohlblätter kurz blanchieren und etwas abkühlen lassen. Für jedes Blatt aus der Füllung Würste formen, auf die Kohlblätter setzen. Beides zusammen aufrollen, mit Küchengarn festbinden und kochen. Dazu passen Kluski oder Salzkartoffeln.

Beispiel Rezept :

Rinderrouladen:

Ursprünglich galt die Rinderroulade als Speise, die mit dem polnischen Adel assoziiert wurde. Ähnlich wie in Deutschland beinhalten polnische Rinderrouladen saure Gurken, Frühstücksspeck, gehackte Zwiebeln und Gewürze, die auf das Fleisch platziert und aufgewickelt werden. Die Roulade wird mit Spießen aus Holz oder Metall zusammengehalten, um ein Auseinanderfallen zu verhindern. Traditionell brät man Rinderrouladen kurz scharf an und lässt sie anschließend langsam schmoren.

Polnische Weihnachtsgans:

Diese Weihnachtsspeise ist nicht nur in Polen bekannt. In der Regel wird für das Gericht eine Hafermastgans gekauft. Um die Zubereitung einfacher zu gestalten, sollte die Gans bereits ausgenommen sein. Man füllt sie mit gewürfelten Äpfeln, Salz, Pfeffer und Schmalz. Nach Bedarf kann die Füllung mit Rosinen oder Maronen ergänzt werden. Im Ofen brät sie etwa zwei Stunden, gelegentlich Wasser in die Kasserole gießen und mit einem Holzspieß die Garprobe machen. Tritt klarer Fleischsaft aus, ist die Weihnachtsgans fertig. Als Beilagen schmecken Gummiklöße mit Bratensoße.

Gurkensuppe:

Eine kühlende Suppe aus Gurken ist perfekt für warme Sommertage. Man kann dafür frische oder Gewürzgurken nehmen. Die Gurken fein pürieren, mit Salz und Pfeffer würzen. Alternativ püriert man sie nur kurz, sodass die Suppe etwas stückig bleibt. Im Sommer wird die Gurkensuppe kalt gegessen, in den Wintermonaten kocht man sie vor dem Verzehr auf. Als Abwandlung wird Weißbrot in Würfel geschnitten und etwas angeröstet. Die Brotwürfel vor dem Servieren auf die Gurkensuppe streuen.

Beispiel Rezept :

Rote Bete Suppe:

Suppe aus Roter Bete gilt als Nationalgericht Russlands, fand aber dennoch Eingang in die polnische Küche. Der vergorenen Roten Bete wird Weißkohl hinzugegeben und mit gewürfelten Zwiebeln abgerundet. Die Suppe kocht auf kleiner Flamme, als Beilagen sind Krokiety verbreitet. An Heiligabend fügt man der Rote Bete Suppe noch Fischbrühe hinzu.

Beispiel Rezept :

Krokiety:

Diese Mehlspeise kann als Beilage oder als eigenständige Hauptmahlzeit serviert werden. Sie ist mit einem Omelett vergleichbar. Für Krokiety wird aus Mehl, Eiern, Wasser und Salz ein herzhafter Pfannkuchenteig angesetzt. Man brät eine bestimmte Menge Teig in der Bratpfanne aus, die traditionellen Füllungen bestehen aus (angebratenen) Pilzen mit Sauerkraut oder Fleisch. Die Füllung pikant würzen und den Pfannkuchen einrollen. Am Ende sollte er wie eine Rolle aussehen.

Beispiel Rezept :

Gewürzheringe:

Für Gewürzheringe oder in der Landessprache Sledzie korzenne benötigt man in gesalzene Heringe, die in eine würzige Lake aus Pfefferkörnen, Lorbeerblättern, Öl und Wacholderbeeren eingelegt werden. Sie können die Grundlage zu Hering in Dill bilden, solchen Gerichten begegnet man vorwiegend an der polnischen Ostseeküste. Die Gewürzheringe werden mit Landbrot als Beilage ergänzt.

Bagel:

Die Entstehung des Bagels wurde von der jüdischen Glaubensrichtung beeinflusst. Polnische Juden formten aus Teigwürsten kleine Ringe, die in heißem Wasser gekocht und danach gebacken wurden. Das Loch diente zum Aufreihen der Bagel auf Holzstäben, um sie für den Verkauf durch die Straßen tragen zu können. Erst durch polnisch-jüdische Auswanderer fanden die Bagel ihren Weg in die USA. Ein Bagel kann herzhaft oder süß sein. Für süße Sorten gibt man Zimt oder Blaubeeren in den Teig aus Hefe, Mehl, Salz und Wasser. Herzhafte Bagel bestreut man vor dem Backen mit Mohn oder Sesam.

Polnischer Osterkuchen (Babka):

Die Babka wird in Polen hauptsächlich mit dem Osterfest in Verbindung gebracht. Seine Form erinnert an einen Gugelhupf, die Konsistenz des Teigs an Marmorkuchen. Der polnische Osterkuchen besteht aus Rührteig, dem neben Rosinen nach Belieben auch Nüsse, Marzipan oder Schokoflocken hinzugefügt werden können. Den zähflüssigen Teig in die Form geben und im Ofen backen, bis er hellbraun wird. Nach Bedarf wieder die Stäbchenprobe machen. Kandierte Kirschen auf Zuckerguss eignen sich als Dekoration für den fertigen Kuchen. Als Abwandlung bestreicht man die Babka mit flüssiger Schokolade und lässt sie kalt werden.

Schreibe einen Kommentar